ascopharm Ratgeber

Magen-Darm

Magen-Darm: der große Patienten-Ratgeber 1

Guter Kot, kleine Krankenhäuser

„Wenn du kleine Stuhlmengen hervorbringst, dann musst du große Krankenhäuser haben.“ Diese Erkenntnis verdankt die Welt dem britischen Chirurgen und Tropenmediziner Denis Parsons Burkitt (1911–1993). Burkitt, der als Kolonialarzt lange in Afrika gearbeitet hatte, war aufgefallen, dass die Menschen dort wesentlich mehr Ballaststoffe zu sich nehmen und ihr Magen-Darm-Trakt diese in Form von deutlich mehr Kot wieder ausscheidet.

So profan Burkitts Erkenntnis klingt, so bedeutend war sie für das moderne Verständnis einer ganzheitlichen Betrachtung der menschlichen Gesundheit. Ein Verständnis, in dem der Magen-Darm-Trakt wesentlich mehr verrichtet als das tägliche Verdauungsgeschäft.

„Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch“, schrieb Franz Xaver Mayr (1875–1965), österreichischer Gastroenterologe, der sich auf Darmdiagnosen und den daraus folgenden Therapie-Optionen spezialisiert hatte.

Autor: Holger Schöttelndreier // Redakteur mediorbis 

Co-Autoren:
Dr. Miriam Sonnet // Dipl.-Psych. Michaela Asmuß // Mira Ross-Büttgen


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Billionen-starkes Bakterien-Heer für Magen und Darm

Hat der Magen-Darm-Komplex ein Problem, gerät dieses fragile System in eine Dysbalance – darüber herrscht Einigkeit in der Medizin – läuft nicht mehr viel rund im Biosystem Mensch. Der Körper bekommt zu wenig Energie, das Immunsystem schwächelt, die kognitive Leistungsfähigkeit geht den Bach runter.

Mediziner und Forscher der aktuellen Generation blicken fasziniert auf das Mikrobiom. Ein ca. 100 Billionen-starkes Bakterien-Heer, das hauptsächlich unseren Darm besiedelt. Gesamtgewicht ca. zwei Kilo.

mRNA-Impfungen gegen Darmkrebs

Der Hamburger Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl („Artgerechte Ernährung“) sagt: „Heute sind 80 Prozent aller Krankheiten und 40 Prozent der Krebsfälle durch ein Verhalten erworben, das sich nicht mit den Bedürfnissen unseres Stoffwechsels deckt. Das sollte uns eine Warnung sein.“ Mehr als 80 Beschwerdebilder behandelt Riedl erfolgreich mit einer Umstellung der Ernährung, darunter Neurodermitis, Gicht und Bluthochdruck.

Kann die Ernährung nicht mehr helfen, haben Mediziner heute modernste Technologien im Köcher, wie zum Beispiel die mRNA-Impfung bei Darmkrebs, die aktuell in einer klinischen Studie unter anderem in der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona getestet wird.

Zum Start des Lebens: Bakterien von der Mutter

Es ist das Geschenk der Mutter, das sie ihrem Baby in der ersten Lebenssekunde mit auf den Weg gibt. Bifidobakterien, die beim Geburtsvorgang über die Vagina auf dem Gesicht des Neugeborenen verteilt werden und so in den Darm gelangen. Aufgabe dieser Bakterien wird sein, das Immunsystem des Babys zu trainieren und Krankheitserreger abzuwenden. Damit die Bifidobakterien überleben können, müssen sie gefüttert werden. Das geschieht über die Muttermilch. In ihr enthalten sind Humane Milch-Oligosaccharide (HMO). Ein Stoff, den unser Körper nicht verdauen kann, aber Bifidobakterien ernähren sich davon.

Beim Kaiserschnitt gibt’s keine Bifidobakterien

Leber, Magen, Darm & Co: die Hardware des Verdauungstrakts

Wer Magen-Darm sagt, muss auch Speiseröhre, Leber mit Gallenblase und Bauchspeicheldrüse (oder das Pankreas) nennen.

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Lernen Sie Ihren Verdauungstrakt kennen

Datenhighway: vom Gehirn in den Magen-Darm-Trakt

Ein knurrender Magen wird allgemein mit Hunger assoziiert. Auf derart einfache Lautäußerungen muss der Gaster allerdings nicht zurückgreifen, wenn er dem Hirn Nahrungsbedarf signalisieren will. Zwischen Kopf und Magen gibt es mehr Verbindungen als nur die Speiseröhre.

Ständiger Austausch zwischen Kopf und Magen

Über den Vagusnerv und das Blut – sogar Mikroben mischen mit – stehen Gehirn und Magen in einem ständigen Austausch. Und dabei geht’s nicht nur um Hunger und Durst. Die Hirn-Magen-Kommunikation geht auch ins Detail.

„Die Eiweißaufnahme wird vom Körper beim Essen permanent überprüft“, sagt TV-„Ernährungs-Doc“ Matthias Riedl. „Kommt nicht genug an, stellt sich auch kein Sättigungsgefühl ein. Salat hat zwar wenig Kalorien, weshalb gerade Frauen ihn gerne essen. Aber Salat enthält praktisch keine Proteine. Da stellt sich nach zwei Stunden zwangsläufig wieder ein Hungergefühl ein.“ Die Informationen über die Energiedichte einer Mahlzeit werden dem Gehirn über den Nervus vagus zugespielt.

Das Darmhirn hat 150 Millionen Nervenzellen

Der Vagusnerv ist der längste unter den zwölf Hirnnerven. Sein Name leitet sich vom Lateinischen vagari ab. Das bedeutet umherschweifen. Tatsächlich reichen seine zwei Äste über den Hals hinunter zum Herz, zur Lunge und weit verästelt zu Magen und Darm. Auch die Darmwände selbst sind von Nervenzellen durchzogen. Das „Darmhirn“ hat zwischen 100 und 150 Millionen Nervenzellen. Nur das Gehirn im Kopf ist mit 85 Milliarden Nervenzellen noch besser ausgestattet.

Vermutlich wird auch über den Vagusnerv weitergeleitet, wo unsere Energie gebraucht wird. Ist der Magen mit der Verdauung beschäftigt, fällt das Denken schwer. Gut zu beobachten beim sogenannten Mittagsloch, wenn nach dem Essen alles nach einem Verdauungsschläfchen schreit.

Wer bestimmt, wann Siesta gemacht oder gedacht wird? Dr. rer. nat. Nils Kroemer, Neurowissenschaftler am Universitätsklinikum Tübingen, wollte das herausfinden. 21 Probanden (plus der Doktor) ließen sich den Vagusnerv hinter dem Ohr stimulieren. Der kleine Stromimpuls erreichte zuerst das Gehirn, dann die Verdauungsorgane. So konnte Forscher Kroemer den Takt der Verdauung verlangsamen. Das Essen blieb länger liegen. Ein Effekt, der für Diäten genutzt werden könnte. 
Quelle: Focus Gesundheit „Magen & Darm“, S. 20–24

Magen oder Darm? Der Kopf hat das Sagen!

Offenbar hat der Kopf den Hut auf, der Verdauungstrakt beugt sich. Dafür spricht auch, dass etwa 80 Prozent der Nervenstränge vom Gehirn ins „Darmhirn“ streamen, das deutlich kleinere Datenvolumen in umgekehrter Richtung.

Der Blut-Dialog zwischen Kopf und Magen-Darm-Trakt ist einfacher strukturiert: Über diesen Kanal versorgen Magen und Darm den Denkapparat unter anderem mit dem dringend benötigten Zucker als Energiequelle. Auch Muntermacher wie Kaffee landen auf diesem Weg da, wo sie morgens dringend benötigt werden. Die Wirkung beim Kaffee-Koffein setzt etwa nach einer Viertelstunde ein. Koffein aus dem Tee kommt später, hält aber länger.

Prof. Dr. Philip Rosenstiel, Direktor am Institut für Klinische Molekularbiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat im Laborversuch mit Mäusen versucht zu ergründen, ob das Mikrobiom ebenfalls Einfluss auf unser Handeln haben könnte (Quelle: Focus Gesundheit „Magen & Darm“, S. 20–24). Bekommen die Mäuse ein Antibiotikum, das ihr Mikrobiom außer Gefecht setzt, empfand der Molekularmediziner ihr Verhalten eher „draufgängerisch“. Sie saßen nicht so ängstlich in der Ecke wie die Artgenossen mit funktionierender Darmflora. Auch diese Information muss also vom Darmtrakt ins Gehirn übermittelt worden sein.

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Magen-Darm:

Autismus mit Stuhltransplantationen therapiert

Mikrobiom oder Mikrobiota:

...das mysteriöse Darmhirn

Das Mikrobiom des Menschen ist am besten zu vergleichen mit einem tropischen Regenwald. Ein hochkomplexes Ökosystem, das nur dann funktioniert, wenn alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Ca. 100 Billionen Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren) bevölkern den zoologischen Garten Mensch. Zusammen wiegen sie etwa zwei Kilo und würden, aufgespannt wie Perlen auf einer Kette, 2,5-mal um die Erde reichen. Das Verhältnis menschliche Körperzellen zu Mikroorganismen im und auf dem Körper verlieren die Zellen mit einer Quote von etwa 1:10.

Mikrobieller Fingerabdruck: der Mix macht’s

Ungefähr 2.000 verschiedene Bakterienarten wurden im menschlichen Darm identifiziert. Etwa 300 dieser Bakterien finden sich in der Darmflora jedes Menschen. Der Rest variiert und ist ganz individuell zusammengesetzt. Ähnlich wie Fingerabdrücke einmalig sind bei Menschen, so sind es auch Mikrobiota. Die Medizin spricht vom mikrobiellen Fingerabdruck. Dieser lässt sich allerdings, anders als der Fingerabdruck, modifizieren.

Die Mikrobiom-Forschung steht jetzt vor der Aufgabe, die Zusammenhänge dieses Ökosystems und die Wechselwirkung mit dem Menschen zu verstehen. Einfachere Zusammenhänge stehen schon fest. Unter anderem: Es gibt gute und böse Bakterien, also krankmachende, pathologische Bakterien. Im Normalfall haben die guten Bakterien die pathologische Abteilung ordentlich im Griff. Sind die Darmwände dicht von den nützlichen Darmbewohnern besiedelt, gibt’s für die Krankmacher einfach keinen Platz. Gleichzeitig trainieren die guten Bakterien das Immunsystem.

Magen-Darm: Antibiotika schlagen eine Schneise ins Mikrobiom

Wird aber eine Antibiotika-Therapie erforderlich, tritt der Normalfall außer Kraft. Denn der Bakterien-Terminator (unter anderem Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme, Chinolone, Makrolide, Aminoglycoside, Glycopeptide, Tetracycline) rafft nicht nur die schädigenden Keime hin. Die Antibiotika-Keule schlägt auch eine Schneise ins Darmmilieu. Das komplexe System kann so schnell aus dem Gleichgewicht geraten, weil überlebende Böse plötzlich mehr Platz haben.

Es muss nicht gleich ein hochwirksam bakterizides oder bakteriostatisches Antibiotikum sein, das die Darmmikrobiota in eine Dysbalance bringt. Falsche Ernährung und der Status der Immunkompetenz können die Zusammensetzung des Mikrobioms ebenfalls beeinflussen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (unter anderem Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Reizdarmsyndrom), Pankreatitis, Allergien, Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes, metabolisches Syndrom, Darmkarzinome, exokrine Pankreasinsuffizienz, Depressionen und bestimmte Formen des Autismus sowie Morbus Alzheimer und andere Demenzerkrankungen werden ebenfalls mit einem in Dysbalance geratenen Mikrobiom in Verbindung gebracht. Nur weiß noch niemand so genau, was zuerst da war – die Veränderung des Mikrobioms oder die Erkrankung. Ließen sich durch eine gezielte Manipulation des Mikrobiota Therapieerfolge erzielen, könnte das die Tür für ganz neue Behandlungsformen öffnen.

Im Dünndarm werden die Bakterien kurzgehalten

Bei aller Symbiose zwischen Mensch und Mikroorganismus, wenn’s um die guten Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei geht, ist sich jeder selbst der Nächste. Im Dünndarm, wo es noch relativ viel zu holen gibt, werden die Parasiten kurzgehalten. Dazu greift der Darm tief in die Trickkiste: Gallensekret, Antikörper, rhythmisches Quetschen (propulsive Peristaltik) und antibakterielle Stoffe – abgesondert von den in den Wänden des Dünndarms sitzenden Paneth-Zellen – sorgen dafür, dass sich die Mikroorganismen nicht zu breit machen können.

Mit Erfolg: Im Zwölffingerdarm, dem ersten Abschnitt des Dünndarms, finden sich nur etwa 10 bis 1.000 Bakterien pro ml Darminhalt. Im deutlich Nahrungs-ärmeren Dickdarm sind es dagegen bis zu einer Billion. Denn dort wird das Mikrobiom gefüttert mit Reststoffen, die der Körper nicht verdauen kann. Allen voran die so wichtigen Balllaststoffe. Die dankbaren Symbionten verstoffwechseln sie unter anderem zu kurzkettigen Fettsäuren wie Essigsäure (Acetat-Anion) und Buttersäure (Butyrat-Anion). Beide braucht der Körper, um damit die Schleimhautzellen des Darms mit Energie zu versorgen – und somit gleichzeitig abwehrfähig zu halten.

Was übrig bleibt, wird vom Körper entsorgt.

Medizinische Magen-Darm-Studie: Mikrobiom

Der menschliche Darm beinhaltet rund 3,8 x 1013 Mikroorganismen, die wichtig für den Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit sind. Wird das empfindliche Gleichgewicht gestört, kann das schwere Folgen haben. So zeigen Studien z. B., dass das Darmmikrobiom zur Entwicklung von Darmkrebs beitragen kann. „Schlechte“ Bakterien im oberen Verdauungstrakt und im Verdauungssaft wiederum wurden mit der Entstehung von Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs in Verbindung gebracht.

Obwohl verschiedene Therapien die Prognose von Patienten mit fortgeschrittenen Magen-Darm-Tumoren verbesserten, sind das Ansprechen auf die Behandlung und entstehende Resistenzen immer noch schwer vorhersagbar.

Kann es die Wirksamkeit einer Chemotherapie vorhersagen?

Forscher untersuchen zurzeit, inwiefern das Mikrobiom die Wirksamkeit einer Therapie voraussagen kann. Bei der Immuntherapie ist das bereits teilweise gelungen: So weisen Patienten mit Melanom (schwarzer Hautkrebs), die gut auf eine Immuntherapie ansprechen, vermehrt Bakterien derRuminococcaceaeauf.

Eine Immuntherapie nutzt das körpereigene Immunsystem, um Krebs zu eliminieren. Prinzipiell kann das Immunsystem Tumorzellen erkennen und unschädlich machen. Allerdings sind manche Krebszellen für das körpereigene Abwehrsystem unsichtbar und können damit der Immunabwehr entkommen. Die Immuntherapie setzt hier an: Sie löst „Bremsen“ des Immunsystems, damit dieses den Tumor wieder erkennen und bekämpfen kann.*

Eine chinesische Forschergruppe prüfte in einer Studie**, ob solche Zusammenhänge auch für eine Chemotherapie gelten. Ziel war es, Bakterienstämme zu identifizieren, die mit einer verbesserten Chemotherapie-Wirksamkeit einhergehen. Dazu bestimmten die Wissenschaftler die fäkalen Bakterien von Patienten mit gastrointestinalen Tumoren, die eine Chemotherapie erhalten hatten, über einen gewissen Zeitraum.

130 Patienten mit gastrointestinalen Tumoren – Speiseröhren-, Magen- oder Darmkrebs –, die zwischen April 2018 und April 2020 in ein chinesisches Krankenhaus eingewiesen wurden, nahmen an der Studie teil. Sie erhielten alle eine Krebsbehandlung, bestehend aus Chemotherapie, zielgerichteter Behandlung oder Immuntherapie. Als Kontrollgruppe dienten 147 gesunde Probanden.
gastrointestinal = Magen und Darm betreffend

Die Krebspatienten waren zwischen 29 und 75 Jahre alt. 93 waren männlich und 37 weiblich. 40 Personen litten unter Speiseröhren-, 46 unter Magen- und 44 unter Darmkrebs. Bei 51 hatte sich der Tumor noch nicht in andere Gewebe abgesiedelt beziehungsweise bei 79 stellten die Mediziner Metastasen fest. 40 Patienten erhielten eine Chemotherapie mit einem auf Oxaliplatin und Fluorouracil-basiertem Regime. Sechs Teilnehmer bekamen eine Immuntherapie.

Die Kontrollprobanden, darunter 84 Männer und 63 Frauen, waren zwischen 22 und 74 Jahre alt.
Oxaliplatin und Fluorouracil sind zwei Zytostatika, die in der Chemotherapie verwendet werden. Zytostatika stören, verzögern oder verhindern den Zellzyklus. Sie verhindern, dass Tumorzellen sich teilen bzw. verbreiten.***

Die Proben: Insgesamt wurden 340 Stuhlproben gesammelt und auf verschiedene Bakterienarten hin überprüft. Zu Beginn der Studie entnahmen die Autoren Stuhlproben von allen 130 Patienten, zu den verschiedenen Zeitpunkten danach von 61 Teilnehmern.
 
Unterschiedliche Bakterienstämme bei Patienten und Gesunden: Die Zusammensetzung der Bakterien im Stuhl unterschied sich zwischen Patienten und gesunden Teilnehmern signifikant.
 
Die Menge an folgenden Bakterienarten war bei den Patienten signifikant erhöht:
 
–        Bacteroides fragilis,
–        Escherichia coli,
–        Akkermansia muciniphila,
–        Clostridium hathewayi und
–        Alistipes finegoldii.
 
Zwischen Patienten mit verschiedenen gastrointestinalen Krebsarten unterschieden sich die Bakterienstämme nicht signifikant.
 
Dahingegen waren folgende Bakterienarten vermehrt bei den gesunden Teilnehmern zu finden:
 
–        Faecalibacterium prausnitzii,
–        Roseburia faecis,
–        Clostridium clostridioforme,
–        Blautia producta,
–        Bifidobacterium adolescent und
–        Butyricicoccus pullicaecorum Taxa.
 
Ist die Chemotherapie-Wirksamkeit anhand der Bakterien vorhersagbar? Die Wirksamkeit der Chemotherapie konnte bei 117 Patienten ausgewertet werden. Von diesen 117 Teilnehmern standen 53 Stuhlproben zu zwei verschiedenen Zeitpunkten zur Verfügung: zu Beginn der Studie, bevor die Patienten mit der Chemotherapie begannen, und während der Evaluierung der Therapie-Wirksamkeit. Die Autoren unterschieden zwischen Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, und solchen, die darauf nicht ansprachen.
 
Bei Patienten, die nicht auf eine Behandlung ansprachen, verringerte sich die Menge von R. faecis nach einer Chemotherapie. Bei den Personen, die ansprachen, erhöhte sich die Menge des Bakteriums nach der Chemotherapie eher.
 
Des Weiteren könnte die Mengenvariation von R. faecis dazu genutzt werden, um zwischen Patienten, deren Erkrankung voranschreitet, und denen, bei denen dies nicht der Fall ist, zu unterscheiden: So verringerte sich die Menge an R. faecisin Patienten mit Speiseröhrenkrebs und fortschreitender Erkrankung nach einer Chemotherapie signifikant. Bei Personen, die teilweise auf die Therapie ansprachen, erhöhte sich die Menge des Bakteriums nach der Chemotherapie.

Studien deuten darauf hin, dass das Darmmikrobiom eine entscheidende Rolle für die Gesundheit spielt. Das wird auch in der vorliegenden Studie deutlich. Die Autoren konnten zunächst zeigen, dass sich das Mikrobiom von Patienten mit gastrointestinalen Tumoren und das Mikrobiom von gesunden Personen unterscheiden. Kaum Unterschiede gab es allerdings zwischen den verschiedenen Krebsarten.
Die verschiedenen Bakterienarten könnten in unterschiedlicher Art und Weise dazu beitragen, dass sich z. B. Darmkrebs entwickelt oder eben nicht. Beispielsweise deuten die Ergebnisse vorangegangener Studien darauf hin, dassF. prausnitzii, das in der aktuellen Untersuchung bei gesunden Probanden vermehrt und bei den Krebspatienten weniger zu finden war, die kurzkettige Fettsäure Butyrat produziert. Dieses wiederum scheint vor einer Krebsentstehung zu schützen.
Ein weiteres Fazit der Autoren: Möglicherweise könnte sich das BakteriumR. faecisdazu eignen, die Krankheitsprogression zu überwachen und als Biomarker dienen, um die Effektivität einer Chemotherapie zu bestimmen.

*https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/immuntherapie/impfen-gegen-krebs.php (letzter Zugriff am 21.1.2022)

**Li N et al. The Relationship Between Gut Microbiome Features and Chemotherapy Response in Gastrointestinal Cancer. Front Oncol. 2021 Dec 23;11:781697. doi: 10.3389/fonc.2021.781697

***https://flexikon.doccheck.com/de (letzter Zugriff am 24.1.2022)

Häufige Magen-Darm-Krankheiten

Kurt Cobain, Grunge-Indie-Rock-Ikone aus Seattle, litt bis zu seinem Tod 1994 an furchtbaren Magenschmerzen. Kein Arzt fand die Ursache dafür. Der Nirvana-Sänger taufte sein Leiden „Cobain’s Disease“, zu Deutsch etwa Morbus Cobain und griff in seiner Not zu Heroin als Schmerzmittel. Ende bekannt. Suizid mit 27.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, gerade die chronisch entzündlichen oder inflammatorischen Ereignisse wie Ulcus ventriculi (Magengeschwür), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündung), werfen in der Medizin auch heute noch viele Fragen auf. Mögliche Antworten weisen fast alle in Richtung einer ganzheitlichen Betrachtung der Patienten.

Akute Magen-Darm-Erkrankungen

Symptome, Ursachen, Krankheitsverläufe und Behandlungen

Appendizitis (Blinddarmentzündung)

Die Appendizitis, vulgo Blinddarmentzündung, ist eine der häufigsten akuten Erkrankungen des Bauchraums, die zwingend behandelt werden muss. Dabei ist der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) des Blinddarms entzündet. Der Appendix ist ein etwa zehn Zentimeter langes Anhängsel des Blinddarms (Zäkum oder Zökum) im rechten Unterbauch mit einem inneren Durchmesser von 1 bis 3 Millimeter.

– plötzlich einsetzende, zum Teil sehr starke Schmerzen vor allem im rechten Unterbauch, bei Schwangeren oft auch im Oberbauch
– Appetitlosigkeit
– Übelkeit oder Erbrechen
– Verstopfung, manchmal auch Durchfall (Diarrhö)
– Fieber

Unklar. Möglicherweise kommen eingedrungene Kotsteine (verhärteter Stuhl) oder Parasiten wie Würmer als Ursache in Frage. Denkbar ist aber auch ein abgeknickter Wurmfortsatz oder ein Anschwellen des Appendix bei einer Abwehrreaktion des Körpers. Denn im Wurmfortsatz finden sich viele Immunzellen. Auch die Darmflora könnte eine Rolle spielen, weil im Anhängsel des Blinddarms viele für die Verdauung wichtige Mikroorganismen siedeln.

Unterschieden wird zwischen einem unkomplizierten und einem komplizierten Verlauf. Bei einer unkomplizierten Appendizitis (70 bis 80 % aller Fälle) kann die Entzündung von selbst wieder verschwinden. In der Regel wird der Wurmfortsatz allerdings operativ entfernt, um ein Fortschreiten der Infektion zu verhindern. Das geschieht in der Regel minimalinvasiv mit einer Laparoskopie oder Bauchspiegelung.

Eine bakteriell induzierte Appendizitis kann unter Umständen auch mit Antibiotika therapiert werden.
Bei einem komplizierten Verlauf der Blinddarmentzündung wird der Wurmfortsatz – nicht der Blinddarm – grundsätzlich amputiert.

Kommt es unbehandelt zu einem Blinddarmdurchbruch, besteht akute Lebensgefahr.

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Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)

Die infektiöse Gastroenteritis, besser bekannt als Magen-Darm-Grippe oder Magen-Darm-Virus, ist eine Schleimhautentzündung des Magens und des Dünndarms, seltener des Dickdarms.

In Deutschland erkranken jährlich ca. 65 Millionen Erwachsene an einer Gastroenteritis. Kinder bis zum dritten Lebensjahr haben sogar oft zwei- bis dreimal „Magen-Darm“ pro Jahr. Gleichzeitig dürfte „Magen-Darm“ einer der am häufigsten vorgeschobenen Gründe für Nichterscheinen aus Krankheitsgründen sein.

– Erbrechen
– Übelkeit
– starke Durchfälle (Diarrhö)
– Appetitlosigkeit
– signifikantes Krankheitsgefühl
– Bauchschmerzen
– erhöhte Temperatur oder Fieber
– Gliederschmerzen
– Hautausschlag
– Blut im Stuhl

Eine Magen-Darm-Infektion kann verschiedene Ursachen haben. In den Wintermonaten ist die infektiöse Gastroenteritis oft Virus-induziert. Neben Rotaviren sind es besonders die Noroviren, die für etwa 50 Prozent der Gastroenteritis-Erkrankungen verantwortlich sind.

Das Norovirus wird von Mensch zu Mensch, über kontaminierte Gegenstände oder Lebensmittel sowie über Tröpfcheninfektion übertragen. Es ist um ein Vielfaches ansteckender als zum Beispiel alle bisher bekannten Corona-Mutanten, kann minutenlang bei Temperaturen von 60 Grad überleben und nur Desinfektionsmittel, bei denen ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass sie auch Noroviren abtöten, haben eine Chance gegen diesen resistenten Keim. Bakterien und Pilze kommen ebenfalls als Verursacher in Frage.

Abhängig vom Erreger sind leichte bis schwere Verläufe möglich, die Beschwerden treten fast immer sehr plötzlich auf. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 4 und 48 Stunden. Die Symptome klingen meistens nach 12 bis 48 Stunden ohne weitere Behandlung wieder ab.

Sind die Beschwerden nach zwei Tagen noch nicht abgeklungen, sollte ein Arzt hinzugezogen werden, um den bei einer Gastroenteritis typischen Verlust von Flüssigkeit, Nährstoffen und Elektrolyten auszugleichen. Das kann mittels eines in Apotheken frei erhältlichen Elektrolytpulvers geschehen, bei schwereren Fällen können aber Infusionen im Krankenhaus notwendig werden.

Handelt es sich um gefährliche Erreger wie Salmonellen, Shigellen oder Escherichia coli (E-coli), muss unter Umständen zusätzlich eine Antibiotika-Therapie verabreicht werden.
Beschwerdelindernd wirkt leichte Kost wie Zwieback, Suppen, Bananen, Möhren und Haferflocken.

Vergrößerte Hämorriden (Hämorridalleiden) durch Magen-Darm-Probleme

Hämorriden (früher: Hämorrhoiden) sind eine praktische Sache. Sie liegen wie ein kleiner Schwimmring vor dem rektalen Schließmuskel und sorgen in Zusammenarbeit mit dem Analsphinkterapparat (innerer und äußerer Schließmuskel) dafür, dass kein Kot und nicht einmal Durchfall ungewollt ins Freie gelangt. Ihr Job ist also die Feinkontinenz. Ist der passende Ort für den Stuhlgang gefunden und der Schließmuskel entspannt sich, fließt das Blut aus dem ringförmigen Hämorridalgewebe (früher: Hämorrhoidalgewebe) und der Weg ist frei.

– Juckreiz
– Brennen und Nässen
– Druck- oder Fremdkörpergefühl
– Schmerzen oder starke Schmerzen, nicht nur beim Stuhlgang
– hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier

Der häufigste Grund für vergrößerte Hämorriden ist eine ballaststoffarme Ernährung. Die führt wiederum zu Problemen beim Stuhlgang. Wenn dann hart und lange gepresst wird, können die Hämorriden erschlaffen. Auch Schwangerschaften und Geburten können zu einer zeitweisen Vergrößerung der Hämorriden führen.

Weitere mögliche Ursachen für ein Hämorridalleiden:
– mangelnde Bewegung
– sitzende Tätigkeit
– übermäßiger Alkoholkonsum (Alkohol-Abusus)
– Übergewicht (Adipositas)
– Bindegewebsschwäche
– schweres Heben
– chronischer Husten
– chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Die Inkubationszeit beträgt beim Nervenfieber, wie Typhus früher auch genannt wurde, zwischen 2 und 21 Tage. Ansteckend wird die Krankheit etwa eine Woche nach Ausbruch, wenn die Krankheitserreger über den Stuhl ausgeschieden werden. Diese Ansteckungsgefahr dauert oft Wochen nach Abklingen der Symptome an.

Zwei bis fünf Prozent der mit Typhus infizierten Menschen sind sogenannte Dauerausscheider. Sie scheiden die Salmonellen ihr Leben lang aus, ohne aber selbst daran zu erkranken. Berühmt ist der Fall der irischen Köchin Mary Mallone, die zwischen 1900 und 1915 in New York 78 Menschen mit Typhus infiziert hatte, von den fünf starben. Mallone, später bekannt als „Typhoid Mary“, hatte für sie gekocht. Sie wurde bis zu ihrem Tod 1938 auf der inzwischen unbewohnten Krankenhausinsel North Brother Island im New Yorker East River in Zwangs-Quarantäne gesperrt.

Heute kann Bauchtyphus verlässlich mit Antibiotika behandelt werden. Trotzdem gilt bei allen Reisen in Länder mit schwieriger Hygiene: vor dem Essen – boil it, peel it, cook it, wash it or forget it!

Magen-Darm: Eingeweidebrüche (Hernien)

Mit 350.000 Operationen pro Jahr gehören Hernien oder Risse in der Bauchwand (inkl. Leistenbrüche) zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Etwa vier Prozent der Deutschen sind einmal in ihrem Leben betroffen.

Rotes Blut (Hämatochezie) oder schwarzes Blut (Teerstuhl, Meläna) im Stuhl

Rotes Blut deutet auf eine Quelle im mittleren und unteren Darmtrakt, vom Dünndarm bis zu den Hämorriden hin. Schwarzes Blut hat seinen Ursprung in der Regel zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm. Mögliche Ursachen:

– Magen-Darm-Geschwür
– chronisches Sodbrennen
– Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)
– Schleimhautschäden durch Medikamente (ASS, Diclofenac)
– starkes Erbrechen
– Morbus Crohn
– Colitis ulcerosa
– Darmpolypen
– Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose)
– entzündete Divertikel (Divertikulitis)
– Infektionen
– Gefäßverschluss im Darm (Mesenterialinfarkt)
– Hämorriden
– Karzinome

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Um die zu ermitteln, kommen verschiedene diagnostische Verfahren zum Einsatz:

– Magenspiegelung (Gastroskopie)
– Darmspiegelung (Koloskopie)
– Enddarmspiegelung (Rektoskopie)
– Dünndarmspiegelung (Doppelballon-Enteroskopie)
– Videokapsel-Endoskopie
– Ultraschall
– nuklearmedizinische Verfahren
– Gefäßuntersuchungen (Selektive Arteriographie)
– Blut- und Stuhluntersuchung

Blähungen (Flatulenzen, Darmwinde): ein Magen-Darm-Problem

Selten lebensbedrohlich, oft peinlich und körperlich unangenehm: Blähungen, Flatulenzen, Darmwinde oder volkstümlicher Fürze.

Wenn Luft im Gastrointestinaltrakt zirkuliert, muss sie irgendwann auch wieder raus. Naturgesetz. Sonst droht ein Blähbauch (Meteorismus).

Neben den manchmal lauten, manchmal sehr geruchsintensiven Flaten (Plural von Flatus), zeigen vor allem Völlegefühl und Rumoren im Bauch an, dass Luft „im Getriebe“ ist.

Die Mehrzahl der Flatulenzen haben keinen ernsthaften Erkrankungshintergrund, sondern sind einfach das Ergebnis falscher oder leicht blähender Nahrungsmittel wie verschiedener Kohlsorten. Reagiert der Magen-Darm-Trakt häufig nach dem Konsum von Milchprodukten mit Blähungen, liegt möglicherweise eine Laktoseintoleranz vor. Auch andere Lebensmittelunverträglichkeiten wie die gegenüber Fruchtzucker (Fruktoseintoleranz oder auch intestinale Fruktosemalabsorption) oder die deutlich seltenere Glutenintoleranz (Zöliakie) kommen als Ursache in Frage.

Kommen weitere Beschwerden des Gastrointestinaltrakts wie unregelmäßiger Stuhlgang oder Durchfall (Diarrhö) dazu, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Eine der häufigsten, pathologischen Ursachen von Flatulenzen ist das Reizdarmsyndrom.

Blähungen sind keine Krankheit, nur ein Symptom. Leichte Fälle am besten im Stillen ausleben. Bei länger anhaltenden Darmwinden mit dem Arzt die Ursache abklären.

Bauch- oder Abdominaltyphus (Typhus abdominalis)

Die letzte nennenswerte Typhus-Epidemie in Deutschland suchte Anfang des 20. Jahrhunderts Gelsenkirchen heim. 3.200 Menschen erkrankten, etwa jeder Zehnte starb.

Aufgrund der dramatisch verbesserten Trinkwasser-Hygiene wird Typhus abdominalis in Deutschland hauptsächlich von Reisenden eingeschleppt. So wurden 2012 in Deutschland 58 Bauchtyphus-Infektionen gemeldet. Weltweit infizieren sich immer noch etwa 11,9 Millionen Menschen jährlich mit dem Bakterium Salmonella Typhi, 129.000 sterben. Darunter viele Kinder. Betroffen sind praktisch nur Entwicklungsländer mit schlechter Hygiene, in denen keine ausreichende Versorgung mit Antibiotika gewährleistet ist.

Übersetzt heißt Typhus so viel wie „Dunst“ oder „Nebel“ – infizierte Menschen zeigen schwere neurologische Ausfallserscheinungen. Weitere Symptome:

– Kopf- und Gliederschmerzen
– hohes Fieber
– starke Bauchschmerzen
– Husten
– breiiger Durchfall
– dicker, grauweißer Belag auf der Zunge
– himbeerrote Zungenspitze und -ränder

Beim Abdominaltyphus ist die Sache klar: Salmonella Typhi (Langform: Salmonella enterica Serotyp Typhi) heißt der Erreger, der sich besonders effektiv über das Trinkwasser verbreitet, häufig aber auch über kontaminierte Lebensmittel aufgenommen wird.

Blähungen sind keine Krankheit, nur ein Symptom. Leichte Fälle am besten im Stillen ausleben. Bei länger anhaltenden Darmwinden mit dem Arzt die Ursache abklären.